Mittwoch, 8. November 2017

ohne rücksicht



ohne rücksicht

von inge jung, im november ‘17



sehe das alte
das frühere
die gesichtslosen die ohne wert
die sich zeigen in den chroniken der unwichtigen
sich einmischen in neue konstellationen
die in der immerkehrenden wiederkehr alles für sich beanspruchen
und doch nichts beitragen außer verschleiß
die sich um nichts scheren außer sich selbst
vordergründig
hintergründig um das elend der anderen
um diese noch mit hohn zu überschütten

wo bleibt der anstand
die vernunft das taktgefühl
alles begraben unter der last der falschheit
die sich wie ein spinnennetz über alles zieht
darüber legt um den letzten rest achtung zu untergraben
mit doppelmoral die welt pestet
ohne schuld in schuldigkeit badet
was zusammengesponnen wird muss wahr sein
wird als die wahrheit ausgegeben
von jenen

diese sind überall zu finden
zeigen sich in der Öffentlichkeit
mit betroffenen mienen
von denen der putz bröckelt
bei genauem hinsehen zerfällt
gibt das wahre preis
das darunter liegt
man sollte sich fragen
was darunter ist
schon beim geringsten zweifel
er sollte immer begleiter sein
nicht zum argwohn sondern zur einsicht

jenen wünsche ich das treffen mit sich selbst



Mittwoch, 1. November 2017

Das neue Kinderbuch! Urs und Felina

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Mittwoch, 25. Oktober 2017

die unterschrift der moralisten



die unterschrift der moralisten

von inge jung, im oktober ‘17



abgetragen bis auf die grundmauern
der stützpfeiler entzogen
steht das gesagte
zeigt sich in all seinem schmerz
seiner verletzlichkeit
die mit häme betrachtet wird
nie beachtet wurde
in den wichtigen kreisen

das gewissen ist der henker
der mörder der unschuld
die im sommermorgen tanzt
bis die funktion sie schlachtet
die normalität sie ausweidet mit schlachterwerkzeug
die moralisten stehen nickend am zaun
wussten es schon immer

der traum konnte entfliehen
auf durchsichtigen flügeln
sie sich in die sphäre heben
den leichten körper davontragen
der kein sein hat
nur ein vielleicht
das blass vor sich hin flattert
von der entscheidung abhängig ist
gelassen zu werden oder
mit der fiegenklatsche erlegt

die moralisten wetten heimlich
geben ihre zettel ab
ohne unterschrift
in fremde briefkästen



Montag, 25. September 2017

vor der zeit



vor der zeit

von inge jung, im september ‘17



vor der zeit
nach der geburt der sterne
war sie da
die energie
die alles hält und lenkt
die im fluss ist
weder gut noch böse kennt
die sich nicht auf- und abspaltet
nur erneuert

irgendwann wurde sie von einigen
gott
genannt



Samstag, 23. September 2017

der welt ins auge sehen



der welt ins auge sehen

von inge jung, im september ‘17




halte den takt in der punktierung
takte mich innerhalb der zwischenzeiten
ausgehebelt von raum und zeit
habe keine erklärungen für empfindungen
schaffe die erklärungen ab
um meine haut zu retten
rette dich mich uns
uns alle
verschone deine seele
bin in der doppeldeutigkeit gefangen
sehe zwei als einen
einen als zwei
mich selbst als fleck
beobachte das rinnen der zeit ohne verstehen
mit dem wissen falsch zu sein
falscher ort falsche zeit

keine konsequenz folgt der inkompetenz
die angebetet wird von den irren
von denen die ihre gesichter mit blut beschmieren
in der annahme es wäre seife
auch die können mir keinen rat geben
sehe sie feiern unter den seifenblasen
mich unter dem schwarzen schirm
der be-schirmt
und abschirmt
gegen das gute das böse das erkennen das scheitern
irgendwann aber muss ich heraustreten
und der welt ins gesicht sehen
vielleicht reicht es aber in eine
andere
hinüber



Dienstag, 19. September 2017

über mich



über mich

von inge jung, im september ‘17



habe mit mir selbst ein abkommen
traue mir nicht über den weg
will meine unterschrift auf alles
um sie mir selbst vorzuweisen
will mich festnageln auf träume
sehe mich in bildern texten worten
verachte und liebe sie
wie mich selbst

teile mich mit in gegensätzlichen aussagen
metaphern
die ich selbst nicht verstehe
denke über mich nach ohne verstand
begreife mich nicht
stoße mir selbst vor den kopf
kenne meine grenzen unzulänglichkeiten
kann mich nicht mit anderen messen
bin zu sehr mit mir beschäftigt

kleide mein weinen in lächeln
meine ideen in floskeln
will mich nie mehr verraten
sage ich mit gekreuzten fingern
zeige in der behauptung des selbst
die unterlegenheit
vor mir
benenne willen und nicht-willen
mit weichen knien

finde mich selbst
in der fundkiste des jahres
von allen vergessen und unbeachtet
nehme mich selbst nicht heraus
denke da bin ich richtig
unter all dem trödel
der alt und unbrauchbar schimmelt
freue mich das erkannt zu haben
in untröstlichem schmerz

hoffe auf den tag
an dem ich mit mir frieden schließe
an dem ich mich gern zum freund habe
an dem ich vielleicht sogar
lächelnd in den spiegel blicke