Donnerstag, 11. April 2019

verwunderung


verwunderung

von inge jung, im april ’19



tränen fallen still in uns hinein
in tiefen die niemand erahnen kann
dunkelheiten
die sich selbst ergeben
aus den weiten in denen
jedes licht verloren geht

wärme wird ausradiert
ist in gläsern gefangen und konserviert
in den frühen stunden singen
die vögel nur für sich
die worte sind in nebel gehüllt
werden ungeöffnet verbrannt

viele einzelne werden zu dem einen
zu dem schmerz
der sich über alles legt
zeit und raum enthoben
wenn die steine vorbeiziehen
die alten linden immer noch stehen

grüne fläche birgt den tod
verheimlicht die gräber
die darunter seit anbeginn der zeit lauern
hinter glas ist der
der ein suchender war
suchend nach dem was verschwunden ist

die weisen aus dem morgenland zogen aus
in unbekannte gefilde
aus denen es keine rückkehr gab
für keinen von ihnen
lösten sich auf
in der welt der auflösung

gaben sich zum abschied
den brief in die hand
sich nie zu vergessen
der auf der opferstätte des vergessens
geopfert wurde
jeder von ihnen verfiel in sein eigenes vergessen

ohne weitere schwüre
ging die welt ihren gang
ging unter und auf
ließ sie als verwundete zurück
verwundet von allem und nichts
übrig blieb nur verwunderung




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