Montag, 17. April 2017

ohne kreuz



ohne kreuz

von inge jung, im april ‘17



ich bin der dessen liebe nichts wert ist
der der nicht einen pfifferling als gegenwert bekommt
der keinen wert hat
alles andere hat einen gegenwert
eine summe von emotionen
gegenüber
ihm ist nichts vergönnt außer dem faden schein der fadenscheinigkeit

eine welle
groß wie ein fingernagel wird zur sturmflut
die alles leben hinwegfegt welches gekannt wird
entstehen könnte
um als fingernagel wieder zu enden
in den gezeiten des lebens
bis zum urknall der alles neu mischt
soll das mischen früher gestartet werden---

in der erwartung von namen sind viele ausglöscht
viele nicht mehr an der richtigen stelle
meiner war nie meiner
nur der ruf der anderen für den der nichts wert ist
der sich schon lange ergeben hat
ohne dass es bemerkt wurde

der sich in himmelsrichtungen verstreut
der der in manchen ein tabu ist
die landesgrenze nicht überschreiten darf
sich zum exempel statuieren lassen muss
der an manchen abenden ausgelöscht wird
um aufzuerstehen als geistgespinnst
als hirngespinnst in hirnen sich festsetzt
als troll im netz

der alles gab und nichts nahm
keine fragen hatte ohne antwort
der dessen liebe ungewollt verhallt an den
steillagen der weinberge
der von außen uninteressiert wirkt
teilnahmslos
er würde gerne seine scharfen tiefen klüfte zeigen
die hinter dem wall der grünen hügel stehen

er würde gerne den kleinen punkt in der schlucht benennen
zeigen dass er derjenige ist der alleine schluchzend nackt dort wandert
das glaubensbekenntnis als mantra vor sich hersagt
der an nichts glaubt was dort drin vorkommt
der gesehen hat was passiert wenn der darin entsteigt

er muss seine nemesis bezwingen
wieder dort aufsteigen
was immer schwerer fällt
er muss sich wieder in laken hüllen
auch wenn die kraft dazu nicht reicht
das muss muss genügen
er tut es
er weiß der weg ist nicht nur steinig und nicht nur weit

auf das kreuz kommt es nicht mehr an



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