Sonntag, 27. November 2016

janus



janus

von inge jung, im november ‘16



als der sturm sich gelegt hat
sind die kerzen ausgeblasen
die starken schwach
weinen ihre bosheit in sich hinein
eher heraus
um sie als tränen aufzuzeigen
denen
die sich wellen gleich
zurückgezogen haben
unfähig sich den gezeiten zu widersetzen
die anspülen und fortschwemmen was ihnen gefällt
so fühlt sich der der im sturm stand

blickt beim zurückziehen dem weinenden nach
der nun allein und ausgemergelt
zurückbleibt
das erkennen zu spät erkannt
das umkehren zu lange hinausgezögert
janus blickt nach zwei seiten
der jahreskreis schließt sich
schmetterlinge tanzen ewig
sitzen an fenstern
werden dort bleiben

niemand wird sie je verscheuchen
keiner die echsen verjagen
die heimat gefunden haben
in liebevollen steinen
die nach außen kalt aussehen
das ist nur äußerlich
alles nur schein
das sein ist anders
spielt sich innen ab
im innern der mauern
die schützen vor gezeiten und stürmen

die heimat geben
janus kann den kopf getrost niederlegen
das sehen ist sein schicksal
aber er weiß
nur in dieser welt



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