Dienstag, 29. November 2016

das ich im universum



das ich im universum

von inge jung, im november ’16



die türen zu
die seiten umgeschlagen
neue geschichten im entstehen
die umherirren
ohne verlauf auf strassen
u-bahntrassen

gesichter im dunst
im nebel
die sich aus der vergangenheit
abheben
emporsteigen aus dem rauch des vergessens
der sie zurückhält
weichzeichnet
in ihrem sein sich abzeichnet
als die erinnerung an sich

die alles ist was uns ausmacht
entgegen steht den träumen
dem streben nach weiterem
das vor uns liegt
vermeintlich
das uns lockt und schutz bietet
alles in einem
labyrinth aus den gängen
der selbstsicherheit
der verzweiflung an sich selbst
der aufhebung der vernuft

wir ahnen die zeit danach wie die zuvor
sind selbst nur ahnung von anderen
ein gedankenschweif
der unfassbar und unangreifbar
vorüberhuscht
ohne gegriffen
gefasst werden zu können
ist der hauch der gegenwärtigkeit
ohne vergänglichkeit
die schwer auf uns lastet
ohne grund

der grund liegt in der schwere an sich
die sich auf den tag legt
der uns in kalten farben bindet
an die zwischengeschobene wirklichkeit
in der fahrpläne das leben bestimmen
wunderbäume aus synthetischen geruchsstoffen
enttäuschen
ampelfasen den fluss behindern
grellbunt bestimmen

diese gründe sind nur vordergründig
ohne hintergrund zu sehen
der sich entzogen hat
den träumenden beisteht
sein universum der verschachtelungen zeigt
seine nicht greifbare tiefe
sich zusammentut mit der ahnung
diese verbindung
rettet den träumenden den traum
zeigt ihnen das wahre auf
nicht das nackte

als weitere verbindung stehen sie fortan
als dorn
für die scharfe nackte zwischenzeit
die sich unnachgiebig an ihre existenz krallt
ihre verehrer findet in oberflächlichkeit
unachtsamkeit unnachgiebigkeit
in der zelebration von befindlichkeiten
die im augenblick des zwischengeschobenseins
vergessen sind
die schönheit des universums nie gesehen
nie verstanden haben
nur ihr eigenes gelebt
bis zur überholung
des eigenen
ichs



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